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VDAB Niedersachsen zu Aussagen der KKH: Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.


Der VDAB in Niedersachsen reagiert verwundert über jüngste Aussagen von Ingo Kailuweit, Vorstandschef der Hannoverschen Krankenkasse KKH. Diese zeugen von einer böswillig naiven Aussparung der eigenen Rolle, einer Verkennung der Spielräume der Einrichtungen in der Privaten Professionellen Pflege sowie von einem gefährlichen Willen zur Pauschalisierung.

Dazu Petra Schülke, Landesvorsitzende des VDAB in Niedersachsen: „Es ist schlichtweg nicht nachzuvollziehen, wie Herr Kailuweit solche Aussagen, wie die in der Neuen Presse letzten Samstag, treffen kann, ohne sich an die eigene Nase zu fassen. So ist doch sehr erstaunlich, wie offenherzig er den Willen seiner Institution, Kosten zu sparen, artikuliert und gleichzeitig  Verbesserungen bei der Pflegequalität anmahnt. Es heißt nicht umsonst, dass Qualität seinen Preis hat. Das ist in der Pflege nicht anders. Die Krankenkassen in Niedersachsen sind jedoch nicht durch ihre großzügige Finanzierung von Pflegeleistungen aufgefallen. Es muss aber Ziel sein, die Vergütungen in Niedersachsen insgesamt anzuheben, zumindest auf durchschnittliches Niveau der alten Länder. Nur so bleibt die professionelle Pflege im Land überhaupt konkurrenzfähig“.

Ein weiteres Indiz dafür, dass Herr Kailuweit hier in erster Linie wirtschaftliche Interessen im Sinne der KKH vertritt, seien die wiederholten Aussagen bezüglich Einsparungen bei Krankenhausaufenthalten. „Natürlich sind Krankenhausaufenthalte wenn möglich zu vermeiden, jedoch sattelt Kailuweit das Pferd in mehrfacher Hinsicht von hinten auf. Denn zum einen geht der Weg meist nach dem Krankenhausaufenthalt in die stationäre Pflegeeinrichtungen und nicht anders herum, wie von ihm behauptet. Zum anderen gehört zur Verhinderung von Kosten auch die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit durch die höhere Bereitschaft der Kassen, Reha-Maßnahmen gemäß gesetzlichem Auftrag auch zu finanzieren. Dies ist aber häufig nicht der Fall. Insgesamt vermissen wir Aussagen dazu, wie sich Herr Kailuweit denn die Versorgung in der Zukunft vorstellt, wenn er für die Attraktivität der professionellen Pflege gar keine Idee hat und erst recht keinen der Punkte anspricht, die den Pflegediensten und Heimen heute das Leben schwer machen - ohne Gewinn für die Arbeit am Pflegebedürftigen. Das sind Nachweispflichten, Kassenbürokratie bei den Abrechnungen und eine Leistungshaltung, die eher auf Verweigerung als auf Leistung setzt“, so Schülke.

Kritisch seien zudem die Aussagen Kailuweits zu Betrugsfällen in der ambulanten Pflege. „Es ist noch keine 10 Wochen her, da hat ein Kollege von Herrn Kailuweit zugegeben, dass „die Krankenkassen“ Ärzten Geld dafür zahlen, Patienten kränker erscheinen zu lassen. Damit bekämen sie mehr Geld aus dem Risikostrukturausgleich. Der Schaden wurde mit rund 1 Milliarde Euro beziffert. Das ist in der Tat Betrug. Vor diesem Hintergrund hätten wir uns gewünscht, dass Herr Kailuweit vor seiner eigenen Haustür kehrt, und zwar von beiden Seiten, bevor er mit dem Finger auf andere zeigt. Statt seriös darauf hinzuweisen, dass die Mehrzahl der privaten Pflegedienste redlich arbeitet, suggeriert Kailuweit die Allgemeingültigkeit von betrügerischem Vorgehen als Kennzeichen eines freien Marktes. Das ist eine Diffamierung der Privaten Professionellen Pflege und ist umso empörender, als dass er dadurch versucht, Forderungen nach weitreichenderen Befugnissen für die Krankenkassen zu begründen. Unter dem Strich muss man sagen, dass der KKH offenbar mehr an der eigenen Haushaltslage und der Ausweitung ihrer Macht gelegen ist als an guter Pflege für Bedürftige in Niedersachsen“, so Schülke.

Der VDAB vertritt bundesweit konsequent die Interessen der Unternehmen in der Privaten Professionellen Pflege.

Rückfragen:
Ralf Klunkert
Geschäftsstelle Hannover
Kurt-Schumacher-Straße 34
30159 Hannover
0511 / 288 698 -75

 

Jens Ofiera
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

T  030 / 2005 9079 -0
F  030 / 2005 9079 -19

jens.ofiera @avoid-unrequested-mailsvdab.de 

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